Franz von Assisi und die Kunst
2231 Strasshof an der Nordbahn, Pestalozzistraße 62, Pfarre Strasshof St. Antonius an der Nordbahn
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Über den Heiligen, der vor über 800 Jahren lebte, sind wir ungewöhnlich gut und detailreich informiert. Seine rasche Heiligsprechung, zeitgenössische Biographien und das rasante Wachsen des Ordens in Europa führten zu starker Wahrnehmung in der Kunst
Unter den verschiedenen Kunstrichtungen war Franziskus besonders der Musik zugetan. Alle Quellen sind sich einig, dass Franziskus gerne und mit wohlklingender Stimme gesungen hat. War er gut gelaunt, sang er mit Vorliebe französische Lieder, die ihn wohl seine Mutter gelehrt hatte. Thomas von Celano berichtet, er habe auch häufig, mit einem Zweig auf einem Ast streichend, eine Geige nachgeahmt.
Die Dichtkunst war Franziskus keinesfalls fremd: seine in Versen gehaltenen Gebete – allen voran der „Cantico del Sole”, der Sonnengesang – zeigen eine gediegene Kenntnis der gängigen Versmaße sowie einen höchst subtilen Umgang mit der Bedeutung der Wörter.
Die bildenden Künste betrachtete er seinem Wesen gemäß als Luxus, soweit sie über die schlichte Architektur einer Kirche, über die einfache Gestaltung eines Kruzifixes hinausgingen. Dennoch wurde er – ohne es zu ahnen – zu einem der wichtigsten Anreger für die italienische Malerei.
Sein Leben, seine Armut und Naturverbundenheit wurden in vielen Bildern und ganzen Gemäldezyklen dargestellt, und sein bodenständiges Wirken in der einfachen Bevölkerung regte die Künstler zu einer neuen Sicht der Dinge an. Solcherart befreiten sie ihre Kunst aus der Starre des byzantinischen Formenkanons. An dessen Stelle trat ein „menschlicher”, lebendiger und weicher Stil mit den Hauptmeistern Cimabue, Giotto, Duccio di Boninsegna, Pietro und Ambrogio Lorenzetti und Simone Martini.