Battlog - für Sie gelesen

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Andreas R. Batlogg, Heilig sein 2.0

"Heiligkeit ist kein aus Anstrengung und Verzicht bestehendes Programm, sie ist keine 'geistliche Gymnastik', nein sie ist vor allem die Erfahrung, von Gott geliebt zu werden", beschreibt der Jesuit P. Andreas Batlogg SJ das Thema seines aktuellen Buches. Das Buch wird am 7. Oktober 2026 bei Herder präsentiert.



Wer meint beim Buch "Heilig sein 2.0" von Andreas Batlogg eine Anleitung für Menschen des 21. Jahrhunderts zu finden, wie es gelingt heilig zu werden, der irrt. Vielmehr geht der Autor der Frage nach, was denn hinter dem Begriff des "Heiligmäßigen" steht. Es geht, so der Autor, um die "Christliche Lebenskunst im 21. Jahrhundert“, so der Untertitel des Buches. Darin zeigt Batlogg, dass Heiligkeit weder makellose Perfektion, noch Tugendhaftigkeit oder moralische Superleistung ist. In seinem Buch stellt Andreas Batlogg fest, dass Heilige Menschen mit Ecken, Kanten, Fehlern und Schwächen waren und sind.

In seinem neuen Buch geht der Autor auch der Frage nach, ob es denn heute überhaupt noch Menschen geben kann, die die Kirche heilig spricht, bei all den Anfragen an die Kirche, bei d Überhöhungen der Priesterbilder oder auch der Missbrauchsthematik, die er als "Kollaps der heiligen Männer" betitelt.
Aber Andreas Batlogg bleibt nicht bei negativen Schlagzeilen stehen, sondern geht mit kleinen Beschreibungen auf Heiligenbilder ein: Etwa bei der Beschreibung von Philipp Neri, der den Spitznamen "der fröhliche Heilige" hat und Patron der humorvollen Menschen ist. Ganz klar stellt Batlogg fest: "Echte Heilige sind echte Menschen, keine weltfremden, todernsten Gestalten". Und er beschreibt Heilige noch weiter: "Fröhliche Heilige widersprechen und widerstehen dem Klischee vom verkrampften Typen".
Spannend zu lesen sind auch seine kritischen Anfragen an Jugendheilige, auch aus seiner eigenen Jesuitengemeinschaft. Ein eigenes Kapitel ist dem 2025 heiliggesprochenen Carlo Acutis gewidmet, in dem durchaus kritisch diese Expressheiligsprechung hinterfragt wird und die für und wider dieser Heiligsprechung präsentiert werden.

Nach eigenen Kapiteln zu Reliquien und dem formalen Heiligsprechungsverfahren und der Heiligenverehrung folgt inhaltlich fast überraschend eine Auseinandersetzung mit Aller-Heiligen in deren Mitte die "Heiligen von Nebenan" zur Sprache gebracht werden. "Als wichtig empfand ich dabei folgenden Hinweis: Heiligkeit ist kein aus Anstrengung und Verzicht bestehendes Programm, sie ist keine 'geistliche Gymnastik', nein sie ist etwas anderes. Sie ist vor allem die Erfahrung, von Gott geliebt zu werden, seine Liebe und Barmherzigkeit zu empfangen, ohne Gegenleistung", so P. Batlogg.

Andreas Batlogg beschreibt bis zum Ende des Buches, was Heiligkeit für die Kirche und für ihn bedeutet und vor allem versucht er die Bedeutung des Begriffes für das 21. Jahrhundert zu erschließen. Aber er zieht kein Fazit und stellt keinen Katalog auf, an dem sich Menschen orientieren können, um heilig zu werden. Und er überlässt das Schlusswort Papst Franziskus und zitiert aus dem Schreiben über den Ruf zur Heiligkeit in der Welt von heute.

Das Buch beleuchtet das Thema unter einem aktualisierten und heutigen Zugang: "Es geht nicht um den Zwang zur Optimierung, sondern darum, ehrlich, aufrichtig und transparent zu leben und Verantwortung für andere zu übernehmen." 

Es ist ein Buch, das das Interesse an der glänzenden Oberfläche der Heiligen aufnimmt und hinter diese glatte Oberfläche schaut. Somit eine Empfehlung für alle, die sich kritisch mit dem Thema auseinandersetzen wollen. Und es bietet eine Klarstellung: Heilig sein heißt im Leben nicht ständig um sich selbst zu kreisen, sondern andere Menschen in den Blick zu nehmen und für andere da zu sein. So kann jede und jeder zum Vorbild werden.

Andreas R. Batlogg SJ
Heilig sein 2.0
ISBN: 9783451025150
Verlag Herder, 2026

Mi. 07.10.2026  |  Buchhandlung Herder  |  B26-A00038

Buchvorstellung durch den Autor

Dr. Andreas R. Batlogg
1010 Wien, Buchhandlung Herder
Was hat christliche Existenz im 21. Jh. mit Heiligkeit zu tun? Heilig werden – wer will das? Wer kann das? Ist das nicht passé? Manche verwechseln Heiligkeit mit Perfektion: mit Makellosigkeit, Tugendhaftigkeit, mit Superleistungen... Details...

gr/mz